Anfang 1999, nachdem sich verwaltung und Gewerkschaft auf ein „themenbasiertes Verhandlungsformat“ zur Prüfung der gesundheitlichen Leistungen geeinigt hatten, bildeten sie einen sechsköpfigen „Faktenfindungsausschuss“. Angeblich gab es in diesem Prozess keine „Seiten“, obwohl die Mitglieder offensichtlich die Interessen ihrer Fraktion vertraten. Das Team der Verwaltung bestand aus dem Chefverhandler des Vertrags (ebenfalls ein professioneller Ökonom), dem Benefit Manager und einem externen Anwalt, der als Berater fungierte. Zum Team der Gewerkschaft gehörten ihr Chef-Vertragsverhandler (ein auf Steuerpolitik spezialisierter Juraprofessor), ich selbst und ein drittes Mitglied, das in der Vergangenheit gewerkschaftspolitische Verhandlungen geleitet hatte. Die Treffen begannen am 15. März, etwa fünf Monate vor Ablauf des Vertrags. Der Ausschuß sollte den Verhandlungsteams bis zum 1. Mai 1999 einen Bericht vorlegen. Die privaten Diskussionen unter den Unterhändlern der Universitäten brachten ein allgemeines Verständnis dafür, dass Gesundheitsleistungen und Geldlöhne alternative Verwendungsmöglichkeiten für das Gesamtleistungspaket darstellten. Doch wenn man die Möglichkeit erhält, potenzielle Kosten im Zusammenhang mit dem moralischen Risiko anzugehen, gab es keine Änderungen, so dass zumindest einige höhere (Geschäfts-)Kosten (in diesem unvollkommen wettbewerbsorientierten Sektor) an die Verbraucher weitergegeben würden. Folgt die Versicherung der Lehrbuchdefinition des moralischen Risikos, was die Arbeitnehmer dazu bringt, mehr zu kaufen, als sie ohne Versicherung getan hätten, dann ist es unwahrscheinlich, dass die marginale Bewertung der Gesundheitsleistungen so hoch ist wie die Grenzkosten für ihre Bereitstellung.

Als extremes Beispiel, mein Apotheker vor Ort sagte mir, dass er verschreibungspflichtige Shampoo verkauft, verschreibungspflichtige Zahnpasta, und verschreibungspflichtige Rasiercreme. Bei 2 DOLLAR pro Rezept sind diese Artikel deutlich billiger als rezeptfreie Store- oder Namensmarken-Ersatzprodukte. Anfang 1999 war ich als Professor für Gesundheitsökonomie und Gewerkschaftsvertreter an einer großen Universität in einem Ausschuss für Gesundheitsleistungen tätig und bereitete mich auf formelle Vertragsverhandlungen vor, die im Sommer beginnen sollten. Der Ausschuss hatte ein „themenbasiertes“ Verhandlungsformat und bestand aus Vertretern der Fakultätsgewerkschaften und Mitgliedern der Universitätsverwaltung. Sie wurden aufgefordert, einen Bericht vorzulegen, den die Verhandlungsführer bei den formellen Verhandlungen verwenden könnten. Sowohl die Gewerkschaftsvertreter als auch die Mitglieder der Universitätsverwaltung hofften, dass der Ausschuss die Schnäppchenjäger gut genug vorbereiten könne, damit sie Die Gesundheitsfragen nicht mit Kompromissen und Ad-hoc-Formeln in letzter Minute regeln müssten.

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